Ziele

Die Lichtwiesenbahn schafft eine neue emissionsfreie Verbindung vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt mit ausreichend Kapazitäten und hohem ÖPNV-Komfort. Das stärkt den Darmstädter Nahverkehr insgesamt.

+45% mehr Fahrgäste

Mehr Kapazität

Schon heute zählen wir an der Lichtwiese täglich an Semestertagen über 6.000 Fahrgäste. Um dieses Fahrgastaufkommen zu bewältigen, erfolgen 134 Busfahrten zur Haltestelle TU-Mensa. In der Spitzenzeit sind es 12 Fahrten in der Stunde, das bedeutet Abfahrten im 5-Minuten-Takt. Dennoch sind die Busse der Linien K und KU nicht selten so voll, dass für Bewohner des Woogsviertels für ihren Hin- und Rückweg zu ihrem Wohnort kaum noch Platz ist.

Derzeit studieren und arbeiten auf dem Campus Lichtwiese rund 10.000 Menschen. Die TU rechnet damit, dass die Zahl der Beschäftigten jährlich um drei Prozent steigt. Einen zusätzlichen Effekt bringt die Verlagerung verschiedener Fachbereiche auf den Campus Lichtwiese, auch dadurch werden die Pendlerströme auf der Lichtwiese steigen.

Die der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) zugrunde liegenden Berechnungen sagen an der Lichtwiese für das Jahr 2020 rund 8.700 Fahrgäste voraus. Das entspricht einem Anstieg von rund 45 Prozent innerhalb weniger Jahre. Für die Jahre 2022/23 wird ein weiterer Anstieg um 15,6 Prozent prognostiziert, was insgesamt 10.060 Fahrgästen entsprechen würde. Ein solches Fahrgastaufkommen lässt sich allein angesichts der Verkehrsdichte mit Gelenkbussen betrieblich nicht mehr bewältigen, denn es wären rechnerisch bis zu 16 Busse in der Stunde erforderlich. Eine Straßenbahn fasst etwa zweieinhalb so viel Personen wie ein Gelenkbus, so dass acht Fahrten in der Stunde ausreichen, sie bietet darüber hinaus Platz für einen weiteren Fahrgastanstieg.

Fazit

Die neue Linie 2 verkehrt zu den Hauptverkehrszeiten im 7,5-Minuten-Takt und bietet damit die Kapazitäten, die wir brauchen und die kein Angebot mit Bussen erfüllen kann – weder mit konventionellem Antrieb noch elektrisch.

In 17 Min. zum Ziel

Bessere Angebotsqualität

Die Buslinien K und KU fahren ab dem Roßdörfer Platz durch die engen Straßen des Woogsviertels und sind Teil des normalen fließenden Verkehrs. Damit sind sie in entsprechend hohem Maße verspätungsanfällig. Die neue Linie 2 erschließt den gesamten Innenstadtbereich und bietet eine Direktverbindung vom Hauptbahnhof zur Lichtwiese. Dabei fährt sie nahezu durchgängig auf einer separaten Trasse und ist daher schon systembedingt pünktlicher. Gegenüber der bisherigen Busroute der Linien K und KU ergibt sich zudem eine Zeitersparnis von zwei Minuten. Denn mit der Lichtwiesenbahn sind es vom Hauptbahnhof bis zum Campus nur noch 17 Minuten.

Als Hauptverkehrsträger zur Lichtwiese entlastet die Linie 2 zudem den K-Bus. Davon profitieren insbesondere die Fahrgäste im Woogsviertel. Dort wird der K-Bus im Viertelstundentakt weiterhin verkehren.

Fazit

Die neue Linie 2 bedeutet gleich in mehrerer Hinsicht eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots: sie ist schneller, sie ist pünktlicher und bietet mehr Fahrgästen Platz. Kein alternatives Busangebot kann da mithalten!

Betriebskonzept
an allen Schul- und Vorlesungstagen montags bis freitags,
5 – 7 Uhr alle 15 Minuten
7 -18 Uhr alle 7,5 Minuten
18 – 21 Uhr alle 15 Minuten
außerdem bei Stadionbetrieb

129 Busfahrten weniger/ CO2 Ausstoß verringert

Entlastung

Derzeit fahren die Buslinien K und KU an Semestertagen täglich 268 Mal in beide Richtungen durch die Roßdörfer Straße. Zu Spitzenzeiten sind es 24 Fahrten je Stunde; das bedeutet in der Roßdörfer Straße heute alle zweieinhalb Minuten ein Bus. Entsprechend hoch ist die Belastung der Bewohner im engen Woogsviertel. Die Lichtwiesenbahn erspart den Anwohnern mehr als die Hälfte des Busverkehrs. Denn die gesamte Linie KU sowie die Verstärkerfahrten der Linie K werden mit der neuen Linie 2 entfallen. In der Summe bedeutet das täglich 129 Fahrten weniger.

Fazit

Durch die Lichtwiesenbahn wird es im Woogsviertel deutlich ruhiger und auch die Straßen werden von Verkehr entlastet. Beides verbessert die Wohnsituation dort deutlich. Ohne die Lichtwiesenbahn müsste die tägliche Anzahl der Busse dagegen im Woogsviertel auf 304 steigen. Auch andere, alternative Busverbindungen bedeuten immer eine zusätzliche Belastung im Straßenverkehr – egal an welcher Stelle.

+12,27 Mio für Darmstadt

Finanzierung

Der Bau der neuen Infrastruktur für die Lichtwiesenbahn kostet zirka 20,21 Millionen Euro (netto). Vom Bund bzw. dem Land Hessen werden Fördermittel in Höhe von rund 12,27 Millionen Euro nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) und dem Finanzausgleichsgesetz (FAG) erwartet. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt finanziert den verbleibenden restlichen Anteil von voraussichtlich 9,46 Millionen Euro. Jährlich fällt für die Stadt Darmstadt ein Betriebskostenzuschuss in Höhe von 370.000 Euro an.

Doch die Lichtwiesenbahn kostet nicht nur, sie spart auch Kosten: Zum einen durch die Verringerung der Busverkehrsleistungen bei den Linien K und KU, aber in viel größerem Maße durch Kostenvermeidung an anderer Stelle. Denn auch eine Anbindung der Lichtwiese mit Bussen würde Kosten für die Instandhaltung der Straßeninfrastruktur verursachen. Diese Kosten tauchen jedoch in den Kosten für Busverkehre nicht auf. Fahrbahnsanierungen und Pflasterregulierungsarbeiten stellen jedoch im städtischen Haushalt einen relevanten Kostenblock dar.

Fazit

Der Nutzen-Kosten-Faktor beträgt entsprechend der fortgeschriebenen Nutzen-Kosten-Untersuchung 1,16 auf Basis der aktualisierten Preisentwicklung. Das heißt, der Nutzen der Lichtwiesenbahn ist 16 Prozent höher als die Kosten.