Maststandorte werden gebohrt

Wer in den vergangenen Tagen aufmerksam auf der Lichtwiese unterwegs war, konnte im Bereich des Lichtwiesenwegs einen großen Bohrer im Einsatz beobachten. Dieses Gerät dient zur Herstellung der Gründungen für die Fahrleitungsmaste. Mit dem 61 Zentimeter bzw. 71,1 Zentimeter dicken Bohrrohr wird auf der zukünftigen Trasse bis zu 7 Meter in die Tiefe gebohrt. Diese Rohre verbleiben im Erdreich und dienen als Fundamente. Die Maste stehen dabei rund 2 Meter in den Rohren und werden eingebunden. Abhängig von den örtlichen Bodengegebenheiten können zum Beispiel aber auch Köcherfundamente zum Einsatz kommen. Für die Strecke der neuen Linie 2 müssen insgesamt 61 neue Fahrmaste errichtet werden.

Bohrer für die Mastgründung
Im westlichen Bereich des Lichtwiesenwegs wurden in der vergangenen Woche Bohrungen für die zukünftigen Maststandorte vorgenommen.

Für die Lichtwiesenbahn wurde als allgemeine Oberleitungskonstruktion die sogenannte Hochkettenfahrleitung mit einem größtmöglichem Mastabstand als die umfeldverträglichste Variante festgelegt. Nur am Streckenbeginn ist ein kurzer Abschnitt Einfachfahrleitung über dem Gleisdreieck Nieder-Ramstädter Straße vorgesehen. Die Regelfahrdrahthöhe ist für beide Bauweisen auf 5,50 Meter festgelegt. Ausgenommen die Überspannung im Kreuzungsbereich ist die Strecke als nachgespannte Hochkettenfahrleitung geplant. Fahrdraht und Tragseil sind bei dieser Bauweise übereinander angeordnet. Der Abstand zwischen Fahrdraht (unten) und Tragseil (oben) beträgt am Aufhängepunkt knapp 1,50 Meter. Fahrdrähte und Tragseile werden über mechanische Nachspannvorrichtungen gespannt. Die Aufhängung der Fahrleitungsanlage an den Masten erfolgt über Ausleger oder Seilverspannungen. Ziel dieser Bauweise ist es, dass die Blickachsen zu allen relevanten Kulturdenkmalen auf der Lichtwiese freigehalten werden.

Infoplakat zu den Oberbausysteme, die bei der Lichtwiesenbahn zum Einsatz kommen.
Infoplakat zu den Oberbausysteme, die bei der Lichtwiesenbahn zum Einsatz kommen.

Hinsichtlich der Fahrleitungsmaste kommen im Bereich des Gleisdreiecks an der Nieder-Ramstädter Straße Rundmaste zum Einsatz. Es werden hier zehn Maste neu gegründet und vier alte Rundmaste zurückgebaut. Im übrigen Streckenverlauf handelt es sich um sogenannte Doppel-T-Träger, auch Peiner-Masten. Diese Mastform weist im Vergleich zu den Rundmasten eine schlankere Bauform auf und sind somit verträglicher für das Landschaftsbild auf der Lichtwiese.

Die Fahrleitungsmasten sind im Bereich der Zweigleisigkeit als Mittelmaste geplant, in den eingleisigen Bereichen sowie der Wendeschleife stehen die Maste überwiegend an der Bogenaußenseite. Für die Hochkettenabschnitte ergeben sich in der Regel Masthöhen von rund 7,50 Meter, wenn der Mast zwischen den Gleisen angeordnet ist. Davon abweichende Masthöhen ergeben sich bei Abspannmasten oder bei Außenmasten mit Zweigleisausleger.

Kommentare

3 Kommentare zu “Maststandorte werden gebohrt

  1. Guten Tag,
    ist es möglich, das Plakat zur Bautechnik des Oberbausystems in einer größeren Auflösung abzubilden? Ich kann ja kaum etwas lesen oder entziffern, wenn ich diese JPG-Datei vergrößere.

    Mit freundlichen Grüßen aus Stuttgart,

    Klaus Fülberth

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