“Wir freuen uns, an diesem wichtigen Infrastrukturprojekt mitwirken zu können”

Die Baustelle für die neue Straßenanbindung des TU-Campus Lichtwiese ist ein vielfältiges Projekt. Am Bau der Lichtwiesenbahn sind viele Fachleute und unterschiedliche Gewerke beteiligt. Wir stellen Ihnen auf unserem Blog die Menschen vor, die an der Umsetzung beteiligt sind. Diese Woche haben wir uns mit Marcus Bier von der STRABAG AG und Thomas Axt von der AGT GmbH unterhalten, die als eine Arbeitsgemeinschaft (ARGE) die Bauarbeiten umsetzen.

Können Sie sich kurz vorstellen?
Marcus Bier: Mein Name ist Marcus Bier und ich bin bei der Firma STRABAG Rhein-Main-Neckar als technischer Gruppenleiter in Darmstadt tätig. Im Projekt Lichtwiesenbahn vertrete ich die ARGE. Ich habe an der TU Darmstadt Wirtschaftsingenieur-/Bauingenieurwesen studiert und mit einem Master of Science abgeschlossen. Seit 2015 bin ich bei der STRABAG AG tätig, zunächst als Trainee, dann als Bauleiter und seit vergangenem Jahr als Gruppenleiter.
Thomas Axt: Mein Name ist Thomas Axt und ich bin Geschäftsführer der AGT GmbH. Ich bin ausgebildeter Gleisbauer und technischer Betriebswirt. Meine Berufserfahrung habe ich als Bautechniker in der Gleisneubauabteilung und Instandsetzung bei den Stadtwerken Frankfurt gesammelt. Anschließend war ich als Bauleiter bei den Bauunternehmen Peter Zilg in Frankfurt, Schreck-Mieves in Dortmund und schließlich bei der AGT in Mainz tätig. Vor 20 Jahren habe ich die Geschäftsführung der AGT übernommen.

Marcus Bier und Thomas Axt leiten die Arbeitsgemeinschaft für Gleis- und Tiefbau

Welche Leistungen bieten Ihre Unternehmen?
MB: Unser Mutterkonzern STRABAG bietet sämtliche Bereiche der Bauindustrie an und deckt somit die gesamte Bauwertschöpfungskette ab, also Hoch-, Tief- und Ingenieurbau. Die STRABAG Rhein-Main-Neckar fokussiert sich auf Tief- und Straßenbau, aber wir können dabei stets auch auf die gesamten Kompetenzen des Konzerns zurückgreifen.
TA: Die AGT ist seit vielen Jahren spezialisiert auf den Gleisbau für die Industrie, den Nahverkehr und auch die Deutsche Bahn. Dabei setzen wir Tief-, Pflaster-, Beton- und Asphaltarbeiten sowie Anschlussarbeiten um.

Sie haben als Arbeitsgemeinschaft den Auftrag für den Bau der Lichtwiesenbahn erhalten. Ist die Lichtwiesenbahn das erste Projekt, bei dem Sie zusammenarbeiten?
MB: Nein, zwischen der STRABAG und der AGT besteht eine langfristige und strategische Partnerschaft im Raum Darmstadt und Umgebung. Neben diversen Baumaßnahmen für die HEAG mobilo haben wir in den vergangenen Jahren auch ansonsten einige Bauprojekte gemeinsam erfolgreich umgesetzt.

Wie teilen Sie sich die Aufgaben?
MB: Die Arbeitsbereiche sind entsprechend unserer Kernkompentenzen aufgeteilt. Das heißt unser ARGE-Partner AGT ist für den Gleisbau, die Oberleitungen, Verkehrssicherung, Grüngleiseindeckung und sonstige Begrünung sowie die Gleispflasterarbeiten zuständig. Wir fokussieren uns auf die Erd- und Tiefbauarbeiten, planen und erstellen die Masse-Feder-Systeme, kümmern uns um die Streckenausstattung und Entwässerung, den Haltestellenausbau sowie den Asphalt- und Betonbau und die Pflasterarbeiten.

Das Masse-Feder-System wie hier beim Gleisdreieck Nieder-Ramstädter Straße ist eine besondere planerische und bautechnische Herausforderung.

Wie viele Mitarbeiter sind am Bau der Lichtwiesenbahn beteiligt?
MB: Von unserer Seite sind im Mittel um die 30 Kollegen vor Ort. Hinzukommen aber je nach Bedarf und Einsätzen auch noch zahlreiche Mitarbeiter unserer fachspezifischen Nachunternehmer, zum Beispiel Feuerwerker, für den Rohrleitungsbau oder für die Elektroarbeiten.
TA: Die AGT ist in der Spitze mit bis zu 32 Kollegen vor Ort beteiligt.

Was reizt Sie am Projekt?
MB: Für mich persönlich ist es natürlich sehr spannend, dass ich an dem Ort, an dem ich meine Studienzeit verbracht habe, ein solches Bauprojekt leiten dar. Aus bautechnischer Sicht ist die Komplexität und Vielseitigkeit der Leistungen im Gesamtprojekt reizvoll, da hier unser großes Leistungsspektrum voll zur Anwendung kommt. Schließlich ist es für uns als ein in Darmstadt angesiedeltes Unternehmen interessant, an einem der aktuell wichtigsten Infrastrukturprojekte mitwirken zu können.
TA: Wir arbeiten seit über 25 Jahren mit der HEAG mobilo zusammen und haben seit 20 Jahren eine Zweigstelle in Darmstadt. Aus diesem Grund haben Darmstädter Projekte für uns natürlich eine besondere Bedeutung. Da für mich Darmstadt zum Lebensmittelpunkt geworden ist, wünsche ich mir persönlich einen gut ausgebauten Nahverkehr – wenn möglich als Schienenweg. Es ist daher eine besondere Freude für mich, an dieser Straßenbahnnetzerweiterung mitwirken zu dürfen.

Welche Aspekte des Projekts sehen Sie als besondere Herausforderung?
MB: Für unseren Teil sind sicherlich die sehr anspruchsvolle Planung und die Herstellung der Masse-Feder-Systeme im Bereich Gleisdreieck Nieder-Ramstädter Straße und weiter östlich auf dem TU Campus Lichtwiese kritische Meilensteine. Darüber hinaus ist die Integration der vor dem eigentlichen Bau der Straßenbahnanbindung zu erbringenden Leistungen, insbesondere der komplexen Leitungsumlegungen, in den Gesamtbauablauf eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Es hat sich in den vergangenen Monaten gezeigt, dass im Untergrund nicht selten „Überraschungen“ warten, die den vorgesehenen Bauablauf gefährden können.
TA: Aus Sicht des Gleisbaus ist eine Neubaustrecke immer eine Herausforderung. Im Projekt Lichtwiesenbahn sind es vor allem die verschiedenen Oberformen und -systeme mit konventionellem Schotter- und Schwellengleis, Balkensystemen und unterschiedlichen festen Fahrbahnen, die es zu einem sehr vielfältigen Bauvorhaben machen. Auch die verschiedenen Eindeckungen mit überwiegender Grüneindeckung und Gleispflastereindeckung in den Haltenstellenbereichen sind für uns als Gleisbauer anspruchsvolle Aufgaben.

Vielen Dank!

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