Eine echte Herkulesaufgabe

Das Thema Umverlegung und Tieferlegung von Elektroleitungen begleitet den Bau der Lichtwiesenbahn schon längerer Zeit. Diese Arbeiten sind zeitkritisch, da sie größtenteils vor den Gleisbauarbeiten durchgeführt werden müssen, um in der zukünftigen Trasse eine Baufeldfreiheit herzustellen. Hier wartet in den nächsten Wochen und Monaten eine echte Herkulesaufgabe auf uns: Es müssen insgesamt 55 Kabel in den östlichen Baufeldern zwischen dem Gebäude des Fachbereichs Architektur und der zukünftigen Wendeschleife umgelegt werden.

Ursprünglich waren es einmal knapp 70 Kabel. Aber ein Teil davon wurde bereits in den vergangenen Monaten angepasst und ein weiterer Teil kann entfernt werden, da sich im Zuge unserer Untersuchungen gezeigt hat, dass diese Kabel nicht mehr aktiv sind. Aus fachlicher Sicht sind die Arbeiten auch deshalb sehr anspruchsvoll, da ganz unterschiedliche Kabelarten betroffen sind: Das Spektrum reicht von 20-kV- und 6-kV-Mittelspannungsstromkabel, 400-V-Niederspannungskabel über Kommunikationskabel bis 500 Doppeladern bis zu Glasfaserkabeln.

Knifflig ist es vor allem auch deshalb, weil ein Teil der Stromkabel bis zu 60 Jahre alt ist. Betreiber dieser Leitungen sind teilweise unbekannt ebenso wie deren Verlauf. Das hieß für uns, dass wir vorab diese Kabel zunächst einmal mühsam zuordnen und ihre genaue Lage rekonstruieren mussten. Es kommt noch hinzu, dass diese Leitungen aufgrund ihres Alters teilweise brüchig sind, sodass Umverlegungen oder Tieferlegungen nur mit allergrößter Vorsicht durchgeführt werden können.

Ein zentraler Bauabschnitt für diese Elektroarbeiten befindet sich westlich des Heizkraftwerks in der Franziska-Braun-Straße. Dort wurde von uns zunächst ein neues Schachtbauwerk hergestellt, das es zukünftig ermöglicht, durch einen Einstieg an die Kabel zu kommen. Im nächsten Schritt werden alleine in diesem Baufeld in den nächsten Tagen mehr als ein Dutzend Kabel unterschiedlicher Art und Funktion umgeschlossen. Die Herausforderung dabei ist, dass diese Leitungen verschiedene TU-Gebäude versorgen, sodass hier vorab detailliert abgeklärt werden musste, wohin die Kabel verlaufen und welche Fachbereiche davon betroffen sein könnten. Es muss beispielsweise zunächst sichergestellt sein, dass durch die Bauarbeiten keine laufenden Forschungsprojekte beeinträchtigt werden. Diese Abstimmungen haben wir in den vergangenen Wochen in engem Austausch mit den zuständigen Stellen der TU durchgeführt.

Insgesamt werden uns diese Elektroarbeiten noch einige Zeit begleiten. Voraussichtlich erst im Herbst werden alle Umverlegungen und Tieferlegungen abgeschlossen sein.

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