Wie wird die Bauleistung für die Lichtwiesenbahn vergeben

Bevor es mit dem Bau der Lichtwiesenbahn losgeht, muss ein geeignetes Bauunternehmen gefunden werden, das die Arbeiten wirtschaftlich durchführen kann. Diese Suche erfolgt bei einem Projekt in der Größenordnung der Lichtwiesenbahn durch einen klar geregelten Ausschreibungs- und Vergabeprozess. Dieser ist aufwändig, sehr komplex und es steckt viel Arbeit dahinter.

Die HEAG mobilo als öffentlicher Auftraggeber vergibt die Bauleistungen im sogenannten Offenen Verfahren (öffentliche Ausschreibung). Hierbei kann nach Veröffentlichung eine unbeschränkte Zahl von Unternehmen ihre Angebote abgeben. Die Ausschreibung und die Vergabe der Bauleistungen müssen den Vorgaben aus dem deutschen und dem europäischen Vergaberecht entsprechen.

Das Leistungsverzeichnis für die Lichtwiesenbahn umfasst knapp 650 Seiten.
Das Leistungsverzeichnis für die Lichtwiesenbahn umfasst 650 Seiten.

Der Gedanke hinter dem komplizierten Vergabeverfahren ist, dass durch diesen Prozess der Wettbewerb gestärkt wird und somit verhindert wird, dass ausschließlich der Haus- und Hoflieferant Aufträge für Bauleistungen erhält. Denn die Vergabeverfahren laufen nach eindeutigen und transparenten Kriterien ab. So müssen interessierte Bauunternehmen zum einen formelle Vorgaben erfüllen und hierfür Eignungsnachweise vorlegen. Zum anderen müssen die potenziellen Interessenten auch konkrete mit Beträgen hinterlegte Angebote abgeben, aus denen am Ende ersichtlich wird, welches Unternehmen am wirtschaftlichsten den Bau der Lichtwiesenbahn durchführen kann. Dieses Angebot fußt auf einem Leistungsverzeichnis, in dem die HEAG mobilo alles aufgelistet hat, was vom Bauunternehmen erbracht werden muss. Dieses Dokument umfasst bei der Lichtwiesenbahn rund 650 Seiten. Darin ist alles festgelegt: Von der Summe für den Bauzaun, den der Auftragnehmer stellen muss, über die Vorgaben für die Verkehrssicherung bis zu den Oberbausystemen, die zum Einsatz kommen.

Das gesamte Vergabeverfahren wird über die Vergabeplattform der Hessischen Ausschreibungsdatenbank abgewickelt, über die die Ausschreibung veröffentlicht wird und potenzielle Auftragnehmer Fragen stellen sowie ihre Angebote einreichen können. Diese digitale Abwicklung vereinfacht die Verfahren für so große Bauvorhaben wie die Lichtwiesenbahn erheblich. Früher umfassten die abgegebenen Angebote teilweise mehrerer Aktenordner und Fragen der Interessenten mussten per Post oder Fax beantwortet werden. Das hat gedauert und die Archive für die Unterlagen wuchsen Jahr um Jahr an.

Momentan prüfen die Kollegen aus dem Einkauf und der Fachabteilung die eingegangenen Angebote auf Herz und Nieren. Gegebenenfalls werden mögliche Auftragnehmer auch noch zu Bietergesprächen ans Böllenfalltor eingeladen. Wenn alles gemäß dem Zeitplan abläuft, dann steht kurz vor dem Baubeginn Ende November das Bauunternehmen fest und die Bagger können pünktlich anfangen.

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